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WeinKultur und Weinlage Kirchheim gewinnen Weintourismus-Preis des Landes

Große Ehre für die Weinbaugemeinde Kirchheim am Neckar: Gemeinsam haben das kommunale Weinprojekt WeinKultur Kirchheim und die Initiative „Weinlage“ der Kirchheimer Weinerlebnisführerin Lisa Riecker einen von zwei Weintourismus-Preisen des Landes Baden-Württemberg gewonnen. Staatssekretär Dr. Patrick Rapp vom Ministerium für Wirtschaft Arbeit und Tourismus überreichte die Preise, die von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) gemeinsam mit dem Badischen Weinbauverband und dem Weinbauverband Württemberg vergeben werden, in der vergangenen Woche bei einem Festakt in Kernen im Remstal an die von Bürgermeister Uwe Seibold angeführte Delegation aus Kirchheim. Den zweiten Preis erhielt  der „Weinsüden Kunstweg“ in Sasbachwalden.


„Kooperationswille und Ideenreichtum sind für erfolgreiche Projekte unerlässlich. Es ist bemerkenswert, was die Gewinnerinnen und Gewinner gemeinsam geschafft haben“, sagte Staatssekretär Rapp im Rahmen der Preisverleihung. Tatsächlich stand der Preis, der wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre lang nicht verliehen worden war, unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“. Ausgezeichnet wurden Projekte, die den Weintourismus mit vorbildhaften Kooperationen aus der Krise führen und dabei den Weinsüden auf innovative Weise erlebbar machen.

Auch der Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW), Andreas Braun, betonte den herausragenden Einsatz der Ausgezeichneten in seiner Laudatio und zeigte sich beeindruckt von ihrem Gemeinschaftssinn: „Die Jahre der Pandemie haben der gesamten Branche viel abverlangt. Die ausgezeichneten Projekte zeigen uns, dass aus einer Krise heraus auch Positives entstehen kann, wenn man sich gerade in schwierigen Zeiten vernetzt und einer gemeinsamen Vision folgt.“   
 
Dies gilt zu hundert Prozent für die WeinKultur und die Weinlage in Kirchheim. Mit dem Motto „Drei Weine, zwei Institutionen, ein Ziel“ hatten die Kirchheimer die Jury begeistert. Zum einen überzeugte die Juroren das Zusammenspiel der Weinjagd von Lisa Riecker, die unter der Überschrift „Rettet Rosa, Regina und Roberto“ unterhaltsame Schatzsuchen durch die Kirchheimer Steillagen anbietet, mit der kommunalen Initiative WeinKultur Kirchheim, die sich zum Erhalt der gefährdeten Steillagen gegründet hat. Zum anderen würdigte Andreas Braun die Kooperation zwischen dem hauptamtlichen Wengerter-Team mit zahlreichen Ehrenamtlichen aus dem Kreativbereich und aus der Politik. „Vor so viel Teamgeist, Einfallsreichtum und Motivation kann man nur den Hut ziehen“, sagte der oberste Touristiker des Landes. Dieses „vorbildliche Projekt“ verkörpere besonderen Innovationsgeist und rege zum Mit- und Nachmachen an.


„Wir freuen uns sehr über diese hohe Auszeichnung – vor allem, weil damit genau das gewürdigt wird, was uns so wichtig ist: gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für die schönste Wurzel unserer Gemeinde, den Weinbau in den gefährdeten Steillagen“, sagte Bürgermeister Uwe Seibold im Anschluss an die Preisverleihung. Tatsächlich ist Kirchheim weit und breit das einzige Dorf, das sich mit einem eigenen Betrieb um die WeinKultur im Ort kümmert. Zu verdanken ist das einem Gemeinderat, der mit einer ebenso mutigen wie weitreichenden Entscheidung den Weg für den kommunalen Eigenbetrieb frei gemacht hat, und einem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen, das in dieser Form wohl einzigartig ist. 

 

Neben der Malerin Lisa Nollenberger, dem Designer und Musiker Götz Schwarzkopf, dem Autor Holger Gayer und zahlreichen anderen Aktiven gehört auch die Weinerlebnisführerin Lisa Riecker mit ihrem Projekt „Weinlage“ fest zum Team der WeinKultur. In ihren individuellen Erlebnistouren inmitten der Terrassenweinberge füttert sie ihre Fans nicht nur mit interessanten Informationen. Sie veranstaltet auch eine Schatzsuche der besonderen Art. Die Touristen müssen bei der Weinjagd „Rettet Rosa, Regina und Roberto“ Kisten finden, Rätsel lösen, Codes knacken, ehe sie zum Schluss den Schatz in Form eines Rosés (Rosa), eines Weißen (Regina) und eines Roten (Roberto) genießen dürfen. Teilnehmen können Gruppen von fünf bis 25 Personen – wenn sie denn das Glück haben, noch einen Termin zu ergattern. Denn obwohl sie an manchen Wochenenden dreimal an den Start geht, sind ihre Touren ständig ausgebucht. „Ich glaube, dass die Leute merken, mit wie viel Spaß und Leidenschaft wir unterwegs sind“, sagt Lisa Riecker, „wir sind im besten Sinn des Wortes authentisch.“


Das gilt ganz besonders für den Kopf des gesamten Projekts: Thomas Nollenberger. Er führt nicht nur das hauptamtliche Wengerteam, dem neben ihm noch Brigitte Wittich und Malte Arnold angehören. Als leidenschaftlicher Wengerter und Musiker lebt er seit mehr als 40 Jahren vom Wein und für seine Lieder. Seine Kreativität und Energie spendiert er beiden – den Reben und der Musik. So ist er nicht nur zum Kopf der WeinKultur Kirchheim geworden, sondern auch zu ihrem Herz und ihrer Seele. 


Trotzdem – oder gerade deswegen – bleibt Thomas Nollenberger bescheiden. „Die WeinKultur ist ein Gemeinschaftswerk“, sagt er. Genau deswegen hat das Land Baden-Württemberg ihr den höchsten Weintourismus-Preis verliehen, den es zu vergeben hat.

Und wer wissen will, wie die WeinKultur schmeckt, kann die neue Rosa und die neue Regina im Kirchheimer Dorfladen (KiD), in der Obsthalle Kirchheim und in den Verkaufsstellen der Weingärtner Stromberg-Zabergäu abholen. Die Rosé-Cuvée Rosa ist für 7,50 Euro pro Fläschle zu haben, die weiße Regina kostet 9,50 Euro. 

 

Live kann man die WeinKultur am 16. Juli wieder erleben – beim Sundowner auf der Weinterrasse in Kirchheim. Mit dabei: der Vollblutmusiker Hannes Bergström (Hannes Diether). Aufgewachsen in Bönnigheim, hat er bis zum Beginn seines Studiums 2007 dort gelebt und war viele Jahre in der lokalen Musikszene als Schlagzeuger in verschiedenen Bands am Start. Während seiner Studienzeit in Heidelberg hat er angefangen, als DJ elektronische Musik aufzulegen und 2016 dort das Breidenbach Label mitgegründet. Mittlerweile ist er mit seiner Plattentasche in vielen Ländern Europas und darüber hinaus unterwegs. Er spielt ausschließlich Vinyl, also richtige Schallplatten. Musikalisch dreht sich bei Hannes Bergström, der als DJ den Nachnamen seiner schwedischen Mutter angenommen hat, alles um House Music. Mal deeper, mal melodiöser aber immer mit groovigen Beats. Perfekt, um auf der Weinterrasse den Sonnenuntergang zu genießen.