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WeinKultur pflanzt für die Zukunft

Die WeinKultur Kirchheim arbeitet bereits heute am Weinbau von morgen. „In diesem Jahr, haben wir insgesamt vier Weinberge gerodet“, sagt Malte Arnold. Wo zum Teil über Jahrzehnte hinweg Trollingerreben standen, wächst nun Sauvitage, berichtet der jüngste Mitarbeiter des kommunalen Weinprojekts der Gemeinde Kirchheim.
 
„Sauvitage ist eine pilzwiderstandsfähige Sorte, die vor allem gegen Mehltau – also gegen Peronospora und Oidium – resistent ist“, so Arnold. Die Macher der WeinKultur setzen die Züchtung aus Riesling, Grauburgunder und Sauvignon Blanc als Partner des Rieslings in ihrer Weißweincuvée Regina ein. „Im Weinberg können mit der Sauvitage-Rebe Spritzvorgänge reduziert und an schwierigen Stellen, wie in Häuser- oder Gewässernähe, ganz unterlassen werden“, sagt Arnold. Damit leiste die WeinKultur einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Arbeitsökonomie im eigenen Betrieb – eine Win-Win-Situation.

Solche Entscheidungen erfordern freilich einen immensen Weitblick. Vor der Neupflanzung eines Weinbergs müssen die Wengerter abschätzen, wie nachhaltig und profitabel die neue Rebe sein könnte – schließlich kann ein Rebstock bis zu 50 Jahre lang im Ertrag sein, manche sogar noch länger. „Aber auch wenn die Weinrebe in späten Jahren ihre ganze Bandbreite an Qualitäten zeigt, so ist auch für sie irgendwann der Tag gekommen an dem sie ausgedient hat“, sagt Malte Arnold – und das nicht nur wegen des Alters der Reben, oftmals sei auch die Drahtanlage abgewirtschaftet.

Einen Weinberg zu roden und danach neu anzulegen, ist eine Arbeit, die sich gut und gerne über ein halbes Jahr hinziehen kann. Im Herbst, nach der letzten Lese, wird zuerst der Draht aufgerollt, danach werden die Stickel herausgezogen und die Reben von ihren Wurzeln getrennt. „Da wir in der Steillage keinen Traktor mit Greifer nutzen können und das Ausgraben der kompletten Wurzel viel zu lange dauern würde, verbleiben die tieferen von ihnen im Boden und verrotten“, erzählt Arnold. „Im neuen Jahr haben wir begonnen, die neuen Reihen genau auszumessen und die neuen Metallstickel zu setzen. Für Letzteres nutzen wir die Katz, ein Schlagwerkzeug aus Stahl, welches über den neuen Stickel gestülpt wird und dann so oft heruntergeschlagen wird, bis der Stickel tief genug im Boden steckt.  Als nächstes ziehen wir zwei Drähte ein: den Biegedraht, über den die Rute der Weinrebe gebogen wird, und den Draht für die Tröpfchenbewässerung. Jene haben wir dann im März eingebaut. Mit verschiedenen Kupplungs- und Anschlusssystemen kann damit eine Wasserversorgung auch in den heißen und trockenen Monaten gewährleistet werden.“
 
Die neuen Reben sind schließlich nach Ostern gepflanzt worden, um ihnen frostreiche Nächte möglichst zu ersparen. Die ersten richtigen Erträge werden die jungen Pflanzen freilich erst in drei Jahren bringen. Doch die Zukunft hat bereits begonnen.